Geplante Hausgeburt oder geplante Spitalgeburt?

Fazit

Es gibt keine stichhaltigen wissenschaftlichen Beweise aus randomisierten Studien zugunsten einer geplanten Spitalgeburt oder einer geplanten Hausgeburt für Schwangere mit geringem Risiko. Es gibt auch nur sehr wenige randomisierte Studien zu diesem Thema.
Da die Qualität der Evidenz aus Beobachtungsstudien zugunsten von Hausgeburten stetig zunimmt, wäre es wichtig, eine systematische Überprüfung von Beobachtungsstudien anstelle von randomisierten Studien vorzubereiten.
 

Qualität der Evidenz

Nur eine randomisierte Studie mit 11 Frauen, die die Kriterien erfüllten, wurde einbezogen. Die wissenschaftlichen Nachweise aus dieser Studie waren von mässiger Qualität und nicht ausreichend, um Schlussfolgerungen zu ziehen.

Zeitraum der eingeschlossenen Studien: bis März 2012

Kontext

Die meisten Entbindungen könnten ohne medizinische Eingriffe erfolgen, da eine Schwangerschaft bei gesunden Frauen meist problemlos verläuft. Allerdings kann man nie ganz sicher sein, dass es bei der Geburt keine Komplikationen gibt, weshalb die meisten Frauen im Krankenhaus gebären.
Bei Krankenhausgeburten könnte der leichte Zugang zu vielen medizinischen Verfahren zu einem Anstieg der Anzahl unnötiger Eingriffe führen, was wiederum zu neuen Interventionen und letztlich zu unnötigen Komplikationen führen kann. Andererseits geht man in einigen Ländern davon aus, dass es bei einer Hausgeburt keine zusätzlichen Komplikationen gibt, solange die Frau während Schwangerschaft und Geburt von einer kompetenten Hebamme begleitet wird und, falls erforderlich, eine Verlegung ins Krankenhaus problemlos möglich ist.
Es gibt viele Beobachtungsstudien zu diesem Thema. Ziel dieser Übersichtsarbeit war es, Nutzen und Risiken einer geplanten Spitalgeburt im Vergleich zu einer geplanten Hausgeburt (mit den oben genannten Bedingungen) für Schwangere mit geringem Risiko anhand randomisierter Studien zu vergleichen.