Können laktationsfördernde Mittel die Milchproduktion bei stillenden Müttern erhöhen?

Fazit

Bei Müttern, die gesunde, termingeborene Babys stillen, können milchstimulierende Medikamente das Volumen der Muttermilch erhöhen, bewirken aber nur einen geringen oder keinen Unterschied in der Gewichtszunahme des Säuglings im Vergleich zu keiner Behandlung oder Placebo (Evidenz von niedriger Qualität). Keine der Studien lieferte Informationen über Auswirkungen auf den Anteil der Stillenden die ausschliesslich stillen und auf zufüttern verzichten Die Wirkung von natürlichen Stimulatoren im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung ist ungewiss (sehr schlechte Qualität der Evidenz). Aufgrund der begrenzten Informationen, die zur Verfügung stehen, ist nicht bekannt, ob die Einnahme eines bestimmten Stimulans zur Milchförderung nachteilige Nebenwirkungen auf die Mutter oder das Baby hat.
 

Qualität der Evidenz

Die Qualität der Evidenz ist niedrig oder sehr niedrig. Der Review umfasst 41 Studien mit 3005 Teilnehmern. Stand: November 2019.
 

Kontext

Eine unzureichende Milchproduktion wird oft als Grund für ein frühes Zufüttern und ein früheres Abstillen als beabsichtigt angeführt. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Faktoren, die die Milchproduktion beeinflussen können, z. B. die Gesundheit von Mutter und Kind, die Saugfähigkeit des Babys, eine gute Stillposition und die Häufigkeit des Stillens. Bevor ein milchförderndes Mittel ausprobiert wird, sollte versucht werden, die Ursachen für die geringe Milchproduktion zu ermitteln und zu beheben.
Manche Mütter bevorzugen Medikamente, während andere Naturheilmittel bevorzugen. Diese Übersichtsarbeit verglich die Wirksamkeit von stimulierenden Medikamenten mit Placebo oder keiner Behandlung oder von Naturheilmitteln mit Placebo oder keiner Behandlung bei Müttern, die gesunde, voll entwickelte Babys stillen.